Feng Shui Glossar
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Bazi Suanming
Die "Schicksalsberechnung nach den acht Zeichen" (Bazi Suanming), auch bekannt als "Vier-Säulen-Astrologie", ist das zentrale astrologische Berechnungssystem Chinas. Seine Wurzeln können bis in das erste vorchristliche Jahrhundert zurückverfolgt werden. Dieses in Europa so gut wie unbekannte System wird derzeit in Deutschland durch den Sinologen Dr. Manfred Kubny publiziert und unterrichtet.
Beschäftigt sich Feng Shui mit der Landschaft, dem Außenraum, den Häusern und Wohnungen, so steht beim Bazi Suanming die Persönlichkeit des Einzelnen im Mittepunkt. Gemeinsam mit dem Feng Shui bildet diese Prognosetechnik ein aufeinander bezogenes Gesamtsystem, in dem sowohl individuelle Veranlagungen einer Person als auch allgemeingültige Bedingungen der Umgebung berücksichtigt werden. Mit Hilfe von Bazi Suanming können charakterliche Eigenschaften, Stärken und Schwächen sowie Neigungen einer Person und deren Veränderungen während eines Lebens vorausgesagt und interpretiert werden. In einer traditionellen chinesischen Gesellschaft wie in Taiwan wird daher keine Hochzeit ohne vorherige Konsultation eines Bazi-Suanming-Experten geschlossen, und selbst Lebensversicherungen überprüfen den Datensatz der acht Zeichen ihrer Klienten. Der Experte des Bazi Suanming ist darüber hinaus Berater für alle möglichen Lebenssituationen und wird besonders bei Fragen nach dem geeigneten Beruf, wichtigen Lebens- und Geschäftsentscheidungen oder im Fall einer persönlichen Krise konsultiert. In der Volksrepublik China galt das Bazi Suanming hingegen als bourgeoises Kulturgut, wurde verboten und praktisch ausgerottet. Die Schicksalsberechnung nach den 8 Zeichen ermöglicht in ihren vielschichtigen Theorien Analysen der psychologischen und physiologischen Grunddisposition und deren Veränderungen während eines Lebens. In Verbindung mit dem Feng Shui ermöglicht es auch eine Beurteilung der Wechselwirkung zwischen Individuum und Umwelt. Das heute gebräuchliche Berechnungssystem ist eine über die Jahrhunderte bis zurück zur Song-Zeit (960-1206 n.Chr.) gut dokumentierte Tradition der Persönlichkeitsbeurteilung als psychologisches System des kaiserlichen Chinas. Im klassischen Kontext ist es eine Prognosetechnik zur Berechnung der Entwicklung des individuellen Qi einer Person. Sie besteht im Wesentlichen aus der Ermittlung einer Grunddisposition und eines individuellen Lebensprozesses, der aus insgesamt 10 Takten besteht. Die Bezeichnung "Vier-Säulen-Astrologie" bzw. "Schicksalsberechnung nach den Acht Zeichen" hat den Hintergrund, dass man anhand des chinesischen Mondkalenders zu einem Geburtsdatum einen Datensatz ermittelt, der aus vier Paaren chinesischer Zeichen besteht, die zusammen acht chinesische Zeichen ergeben. Dieser aus acht Zeichen bestehende Datensatz ist die Grunddisposition eines individuellen Schicksals. Wenn man jedes Zeichenpaar traditionell übereinander schreibt, ergibt sich ein Bild von vier Säulen, die das Schicksal zu tragen scheinen.Bazi Suanming bildet daher die Grundlage, auf der ein individueller Bio- und Psychorhythmus entworfen werden kann, dessen Spiegelung mit der Grunddisposition der acht Zeichen Aussagen über eine wahrscheinliche Gesamtentwicklung der betreffenden Person ermöglicht.
Himmelsstämme und Erdzweige
"Himmelsstämme und Erdzweige" (tiangan dizhi) sind ein synergistisches numerologisches System für die Orientierung in Zeit und Raum. Für sich belassen ergeben die zehn Himmelsstämme und die zwölf Erdzweige jeweils ein in sich geschlossenes Bezugssystem mit eigenen Interaktionen und Gesetzen. Zusammengenommen ergeben die 10 Himmelsstämme und zwölf Erdzweige 60 Kombinationspaare. Sowohl jedes Jahr, jeder chinesische klimatische Monat (Klimaphase), jeder Tag und jede Doppelstunde eines Tages wird einer Kombination eines Himmelsstammes und eines Erdzweiges zugeordnet. Auf diese Weise entstehen Einheiten, die als Jahressäule, Monatssäule, Tagessäule und Stundensäule bezeichnet werden, jeweils ausgestattet mit zwei chinesischen Zeichen, von denen immer eines für den Himmelsstamm und das andere für den Erdzweig steht. Die Himmelsstämme und Erdzweige können nicht durch Zahlen ersetzt werden. Hinter ihnen stehen Bilder und Assoziationen, die durch die fünf Wandlungsphasen ausgedrückt werden. Die Himmelsstämme heißen in der sich gegenseitig erzeugenden Reihenfolge der fünf Wandlungsphasen: Die Erdzweige heißen in der sich gegenseitig erzeugenden Reihenfolge der fünf Wandlungsphasen in den vier Himmelsrichtungen und Doppelstunden:
Die Himmelsstämme und Erdzweige sind die numerologische Umsetzung der chinesischen Weltkonzeption der "drei Entitäten" (sancai), bestehend aus Himmel, Erde und der Vermischung von Himmel und Erde, traditionell repräsentiert durch den Menschen. Ebenso vertreten die Himmelsstämme den Himmel, die Erdzweige die Erde sowie die Kombinationen von beiden die Schöpfung und den Menschen als Ergebnis der Vermischung von Himmel und Erde. Um die Grunddisposition einer Person aus seinem Geburtsdatum heraus zu ermitteln, ist die Verwendung eines chinesischen Mondkalenders, auch bekannt als "Kalender der 10000 Jahre" (wannianli), bzw. in der folkloristischen Lesung "Xia-Kalender", notwendig. (Eine Hilfe hierzu bietet meine neue Publikation "Traditioneller chinesischer Mondkalender: Das chinesische Mondjahr und das westliche Sonnenjahr von 1910-2020", Heidelberg, Kehrer-Verlag 2000). Aus dem Mondkalender können sowohl für das laufende Jahr, für den chinesischen Mondmonat oder die entsprechende Klimaphase, für den Kalendertag sowie auch für die Stunden die insgesamt vier Himmelsstamm- und Erdzweigkombinationen entnommen werden, die schließlich die vier Säulen oder acht Zeichen einer Grunddisposition ergeben.
Die Tagesdominante
Die "Tagesdominante" (rizhu) ist der Himmelsstamm der Tagessäule. Sie ist der Repräsentant der Ich-Persönlichkeit des betreffenden Menschen. Wenn in der Tagessäule der Himmelsstamm Yin-Wasser ist, dann wird der betreffende Mensch als "Yin-Wasser" bezeichnet, sollte er eine Yang-Erde sein, dann nennt man ihn "Yang-Erde", ist der Himmelsstamm ein Yang-Feuer, dann nennt man die betreffende Person "Yang-Feuer". Nun ist es aber so, daß die Tagesdominante in der Umgebung der gesamten Grundisposition steht und diese durch die vier Himmelsstamm- und Erdzweigkombinationen aus allen möglichen Elementen der fünf Wandlungsphasen bestehen kann. Daher ist eine Person mit der Tagesdominante Yin-Wasser nicht gleichzusetzen mit einer anderen Person derselben Tagesdominante, weil die weiteren Wandlungsphasenumgebungen beider Grunddispositionen höchstwahrscheinlich sehr unterschiedlich sind. Handelt es sich um eine Tagesdominante Yang-Wasser mit sehr vielen das Wasser erzeugenden oder verstärkenden Faktoren in der Grunddisposition, so kann man durchaus bildhaft bei der betreffenden Person von einer großen Wasserfläche sprechen. Ist die Person der Tagesdominante Yang-Wasser von Faktoren umgeben, die das Wasser dränieren und schwächen, und ist die Tagesdominante Wasser allein und verfügt über keine erzeugende Unterstützung, so ist vielmehr der Vergleich mit einer kleinen Wasserpfütze angemessen. Bei Tagesdominanten der Wandlungsphase Feuer könnte man ebenso den bildhaften Vergleich von fahlen Kerzenlichtern und wütenden Steppenbränden heranziehen. Obwohl es durchaus Personen mit derselben Grunddisposition gibt, unterscheiden sie sich dennoch aufgrund der vollständig unterschiedlich gestalteten Umgebung der Grunddisposition. Die Grunddisposition der acht Zeichen mit der Tagesdominante stellt die Persönlichkeit des Menschen in seiner höchsten Abstraktion dar. Es können allein für die Grunddisposition ingesamt 604, also insgesamt 12960000 Kombinationen der Himmelsstämme und Erdzweige errechnet werden. Alle Vorgänge in der Grunddisposition und alle Berechnungsschritte des Bazi Suanming werden zur Ich-Persönlichkeit, repräsentiert durch die Tagesdominante, in Beziehung gesetzt. Die Tagesdominante ist also in der "Schicksalsberechnung nach den acht Zeichen" der Pol, an dem sämtliche Erscheinungen und Erkenntnisse oder Fakten der Grunddisposition und des großen Lebenszyklus gemessen werden. Es wird dabei erforscht, welches Verhalten, welche Bedingungen, welche Berufe, Ehepartner etc. für die Entwicklung der Ich-Persönlichkeit über einen langen Zeitraum am günstigsten sind und unter welchen Bedingungen sich die Ich-Persönlichkeit in welche Richtung am besten entwickeln kann.
Die drei Hauptfaktoren Grunddisposition, "großer Lebenszyklus" und "fließende Jahre" ergeben für sich allein und in Beziehung zueinander ein Gesamtbild, das die Basis für die Berechnung des Lebensverlaufs nach den 8 Zeichen bildet. Dabei geht der Prognoseersteller folgendermaßen vor:
1) Ermittlung der Grunddisposition: Die Ermittlung des Geburtsdatums ist ein individueller Faktor und der Kern jeder Berechnung der Grunddisposition. Im Berechnungssystem des Bazi Suanming spricht man dabei von der Stunden-, Tages-, Monats- und Jahressäule. Ihre Konstellationen der Himmelsstämme und Erdzweige ergeben zusammen die Grunddisposition. Das Geburtsdatum stellt die mentale und körperliche Persönlichkeit des Menschen in der höchsten Abstraktion dar. Dabei spielt der Himmelsstamm in der Tagessäule den entscheidenden Faktor, denn er repräsentiert die Ich-Persönlichkeit bzw. den Körper des Menschen in seiner Essenz. Wegen seiner bedeutenden Stellung in der Grunddisposition wird er "Tagesdominante" (rizhu) genannt. Von seiner Natur der 5 Wandlungsphasen hängt es letztlich ab, ob man einen Menschen z.B. als Yin-Holz, als Yang-Wasser oder beispielsweise als Yin-Feuer bezeichnen kann.
2) Ermittlung des "großen Lebenszyklus": Der zweite individuelle Faktor ist der so genannte große Lebenszyklus (dayun). Er wird aus dem oben genannten 60stelligen Zyklus der 10 Himmelsstämme und 12 Erdzweige hinsichtlich der Konstellation in der Monatssäule abgeleitet und kann für jeden Menschen unterschiedlich sein. Ebenso kann er im 60stelligen Zyklus numerisch aufsteigend oder absteigend verlaufen und wird mit der Grunddisposition in eine Beziehung gesetzt. Der große Lebenszyklus beschreibt die individuelle Entwicklung des Menschen als abstrakten Prozeß. Er geht auf alle individuellen Lebensbedingungen eines Individuums ein, die sich nach der Geburt des Menschen durch einen veranlagten Prozess aus ihm selbst heraus ergeben. Es handelt sich hier um die individuell veränderlichen Wirkkräfte im Laufe eines Lebens. Der große Lebenszyklus beginnt zwischen dem ersten und einschließlich neunten Lebensjahr und wird prinzipiell für insgesamt 10 Takte berechnet, die jeweils 10 Jahre Gültigkeit haben. Jeder Takt hat eine andere Konstellation der Himmelsstämme und Erdzweige.
3) Bezug zu den aktuellen "fließenden Jahren": Die "fließenden Jahre" sind ein für alle Menschen allgemeingültiger Faktor. Sie bezeichnen die Zykluskodierung der 10 Himmelsstämme und der 12 Erdzweige eines jeden Jahres im Mondkalender. Diese Kodierung ist zwar für alle Jahre und alle Menschen gleichermaßen gültig, jedoch erhält sie in der Spiegelung mit der individuellen Grunddisposition und dem individuellen großen Lebenszyklus für jeden Menschen einen anderen qualitativen Aspekt und daher auch eine andere Wirkung. Auch die Konstellation der Jahressäule in der Grunddisposition ist ein so genanntes fließendes Jahr, das aber als Geburtsjahr in der Grunddisposition festgeschrieben wird. Die Konstellationen der fließenden Jahre sind genau die Konstellationen, die das chinesische Mondjahr auszeichnen und die schließlich auch die sogenannten Tierkreiszeichen beinhalten. Während der Himmelsstamm des fließenden Jahres jeweils die Art der Wandlungsphase des Jahres bezeichnet, zeigt der Erdzweig der Konstellation das entsprechende Tierkreiszeichen an. Die Konstellationen der fließenden Jahre sind ein im Vergleich zu den restlichen Komponenten rasch wechselnder Aspekt im Bazi Suanming.
4) Interpretation dieser drei Aspekte unter Berücksichtigung unterschiedlicher Fragestellungen; darunter findet man psychologische, medizinische oder partnerschaftliche Fragen.
Bazi Suanming ist schließlich für alle möglichen Fragestellungen anwendbar. In Taiwan und Hongkong existieren für praktisch alle denkbaren Lebensbereiche spezielle Nachschlagewerke und eine jeweils eigene Theorie. Die Variationsbreite der Berechnungen, die sich aus den Beziehungen (oder Spiegelungen) der drei Hauptfaktoren miteinander ergeben kann, ist schier unbegrenzt. Nur um ein Beispiel zu nennen ergibt sich für die maximal möglichen Varianten der Analyse einer Grunddisposition, gespiegelt an dem großen Lebenszyklus, aus der Multiplikation der Zahl der Möglichkeiten der Grunddisposition mit der Zahl der Varianten des großen Lebenszyklus (12960000 x 7200) die Zahl von 93312000000 Deutungsaspekten der Interaktionen zwischen Himmelsstämmen und Erdzweigen untereinander. Möchte man zusätzlich noch die Wirkung der fließenden Jahre berücksichtigen, ergibt sich die Zahl von (93312000000 x 60) 5598730000000 statistisch möglichen Deutungsaspekten der Interaktionen zwischen Himmelsstämmen und Erdzweigen, die für die Berechnung des "Lebensverlaufes nach den 8 Zeichen" zur Verfügung stehen.
Vielschichtige Beziehungen
Zur Verdeutlichung dieses komplexen Gesamtbildes wollen wir nun den chinesischen Meisterexperten Wong Yangchun aus Taiwan zitieren, der seinen Schülern mit Hilfe eines modernen Gleichnisses die Beziehung zwischen Grunddisposition, dem "großen Lebenszyklus" und den "fließenden Jahren" darstellt: "Wenn man im Bazi Suanming von einer Grunddisposition spricht, so verhält sich diese genauso wie ein Auto, in dem man sitzt und in welchem man die Strecke seines Lebens durchfährt. Spricht man dagegen vom großen Lebenszyklus, so verhält sich dieser wie die Straße auf der man fährt. Wenn man von den fließenden Jahren spricht, so verhalten sich diese wie das Klima in dem man sich Zeit seines Lebens bewegt. Nun ist es so, daß es Menschen gibt, die sich in einer Limousine befinden, während andere in einem alten, klapprigen und störanfälligen Gefährt sitzen. Man sollte meinen, daß der Mensch, der sich in einer Limousine befindet, gegenüber dem Menschen, der in einer Klapperkiste sitzt, begünstigt sei und somit größere Aussichten hätte, sein Leben in Glück, Erfolg und Zufriedenheit zu verbringen. Dies kann aber so nicht gesagt werden, denn das, was man den Lebensverlauf nennt, setzt sich sowohl aus der Grunddisposition als auch aus dem großen Lebenszyklus und den fließenden Jahren zusammen. Daher ist es durchaus möglich, daß ein Mensch, der sich aus seiner Grunddisposition heraus in einer Limousine befindet, nur wenige Möglichkeiten zu einem zufriedenen Leben in Glück erhält, wenn sich die Straße, auf der dieser Mensch fährt, als Feldweg mit zahlreichen Schlaglöchern erweist, auf dem ein Vorankommen nur schwerlich möglich ist, weil sich das Gefährt für den Weg als vollkommen ungeeignet erweist. Verwandelt dazu noch ein ungünstiges Klima den Feldweg in eine Schlammpiste, so kann die Situation phasenweise zum vollständigen Stillstand kommen, weil ein Vorankommen - und damit die Lebensentwicklung - unmöglich ist. Umgekehrt dagegen kann ein Mensch, der aus seiner Grunddisposition heraus in einem klapprigen Gefährt sitzt, durchaus zu einem sehr glücklichen, zufriedenen und erfolgreichen Lebensverlauf kommen, wenn sich seine Straße als gut ausgebaute Wegstrecke erweist, die die volle Ausschöpfung seiner eigenen Entwicklungsgeschwindigkeit und -möglichkeiten zuläßt. Erweist sich das allgemeine Klima für den Weg und das Gefährt als förderlich, so kann dieser Mensch phasenweise sogar sehr große Entwicklungssprünge machen. Alle Geschehnisse, welche die Fahrt des Gefährts auf seiner ihm individuell gestalteten Straße begleiten, werden aber auch durch das Verhalten des Fahrers bestimmt, der entweder zu zaghaft oder zu schnell fahren kann, und der sich in schwierigen Situationen besonnen, uneinsichtig oder fehlerhaft verhalten kann." Dieses Gleichnis verdeutlicht die traditionelle Prognosetechnik, die auf die modernen Lebensumstände eingeht und zeigt, daß es nicht die Absicht der "Berechnung des Lebensverlaufs nach den 8 Zeichen" ist, den Menschen in seinem Dasein zu fixieren und ihm fatalistisch ein unabänderliches Schicksal aufzudrängen, dessen Hinnahme oder Abwehr im Bereich des Glaubens oder Nichtglaubens liegt. Es ist die Absicht dieser Prognosemethode, dem Menschen Möglichkeiten zur Bewältigung seines Lebens aufzuzeigen, ihm Türen zu öffnen, wie er die Gegebenheiten seines Lebens in einer für ihn günstigen Weise bewältigen kann.
Der 60-stellige Zyklus der 10 Himmelsstämme und 12 Erdzweige
ist Grundlage des Aufbaus und der Funktion des chinesischen Mondkalenders und bildet das generelle Fundament des Bazi Suanming, denn aus dessen verschachtelten Zeitzyklen wird die Grunddisposition des Menschen herausgefiltert. Die 10 Himmelsstämme und 12 Erdzweige beschreiben in ihrer hohen Abstraktion ein nuancenreiches Beziehungsgeflecht von Yin und Yang und den 5 Wandlungsphasen, dessen Summe in dem nebenstehenden Beispiel der Grunddisposition des ehemaligen Präsidenten der USA, Bill Clinton (geb. 19.08.1946 um 08:51 Uhr) rötlich hinterlegt ist. Das Schaubild zeigt in dem rot hinterlegten Bereich (Positionen 4, 5 und 6) vier Kombinationen der Himmelsstämme und Erdzweige, nämlich für das Jahr 1946, für den 7. Mondmonat im Zeitraum vom 28.7.-26.8. desselben Jahres, für den Tag am 19.8. (Sonnenkalender) und für die Geburtszeit zwischen 7.00 und 9.00 Uhr unter der Berücksichtigung, dass dieser Tag unter der Hegemonie eines Himmelsstammes der Gattung Yin-Holz steht.
Diese vier Säulen bzw. 8 Zeichen stellen die mentale und körperliche Persönlichkeit des Menschen dar, wobei die wichtigste Komponente der Himmelsstamm der Tagessäule ist, welche die Ich-Persönlichkeit bzw. den Körper des Menschen in seiner Essenz repräsentiert. Sie bestimmt, ob man einen Menschen z.B. als Yin-Feuer, als Yang-Wasser, oder, wie im Beispiel Bill Clinton, als Yin-Holz (-H) bezeichnen kann. Man bezeichnet sie auch als "Tagesdominante" (rizhu), zu der alle weiteren Aspekte in Beziehung gesetzt werden. Selbstverständlich haben nicht alle Menschen mit der Tagesdominante Yin-Holz immer dieselben Eigenschaften. Vielfältige Interaktionen ergeben ein jeweils hoch individuelles Umfeld. Dies entsteht zum einen durch die Beziehungen zwischen den Himmelsstämmen und Erdzweigen der Grunddisposition, zum anderen durch die Spiegelung der Grunddisposition im "großen Lebenszyklus" und in den "fließenden Jahren".
Quelle: Manfred Kubny
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